Der Heilige Geist und das Hagelgewitter

Pfingstsonntag, in der frühsten Frühe,
Bereitet grad ein Sturm uns Mühe,
Es tobt der Wind, Markisen flattern,
Mir stockt der Atem mit Verdattern!
Was ist der Grund? Warum das Klagen?
Begonnen hat’s ja schon vor Tagen,
Nun, Leserschaft, lasst mich erzählen,
Will euch ja nicht mit Gwunder quälen!
Vor Wochen hatten wir entschieden,
Etwas zu tun, was wir lang mieden,
So zirka ungefähr drei Jährchen
(Hab unterdessen graue Härchen)
Ein Pfingstweekend neu zu erleben,
Inmitten Heil‘gen Geistes Beben!
Ich hab Respekt, ich geb es zu,
Denn graue Härchen brauchen Ruh‘!
Doch, das Logieren, das hat Tücken,
Es gibt kein Bettchen mehr zu pflücken,
Im Gruppenhaus zum Schweizerhof,
Ist alles voll, oh, das ist doof!
Denn seit der bösen Virenzeit,
Hat‘s Pfingstweekends, gar Landesweit,
Deswegen keine mehr gegeben,
Es dürstet nach Gemeinschaftsleben!
Doch eine Lösung ward geboren!
Die Wiese wurde auserkoren,
Als Outdoor-Übernachtungs-Platz,
Susanne sagt: „Mein lieber Schatz!“
Wir gehen doch mit Camper Zwirbel!
Und wenn zu hektisch wird der Wirbel,
Dann hast du ja dein Schneckenhäuschen,
Geborgenheit, mal für ein Päuschen!“
So kam es, dass, man glaubt es kaum,
Die Wiese wurde Camping-Raum,
Bescherte Platz für acht Mobile,
Erreicht war nun des Weekends Ziele,
Dass alle, die des Geistes Stärke
Sich sehnen, und an Gottes Werke,
Dem Heil‘gen Geist, sich stillen wollen,
Hier schlafen dürfen, ohne Grollen.
Kein Grollen? Doch, am Sonntagmorgen!
Bereitet jener Sturm uns Sorgen!
Doch jeder rennt, es ist ein Segen!
Noch vor dem grossen Hagelregen,
Von Platz zu Platz und hilft dem andern,
Denn erste Blachen tun schon wandern!
Gemeinschaft hat hier grad begonnen,
Gemeinschaft hat hier grad gewonnen!
War‘s wohl der Geist? Man weiss es nicht,
Doch fällt dies auch nicht ins Gewicht,
Die Summe zählt, das Miteinander!
Kein: „Villicht hilft dir jo der ander!“
Ich bin geflasht, mir wird bewusst,
Erwecken muss in mir die Lust,
An Gottes Geist mich zu erlaben!
Neu zu entfachen meine Gaben!
Denn Gaben, Gott, hast du gegeben!
Noch immer spüre ich das Beben
Der Worship-Lieder, die wir sangen,
Der Texte, die in Herzen drangen,
Ein grosser Dank an dieser Stelle,
Für eure gesung‘ne Lebensquelle!
Mir wird bewusst, ich könnte dichten!
Durch diese Gabe hier berichten!
Mein Gott, Du Seelenvirtuose,
Hast mir gezeigt die Symbiose,
Die Christ und Camper hier vereinen,
Das hat gefallen, will ich meinen!
Schon rädelt mein gescheites Köpfchen,
Ideen kommen, Tropf um Tröpfchen,
So fang ich an, ein Vers entsteht,
Im Campingstuhl, die Zeit vergeht…
Das Blatt ist voll, ein letzter Reim,
Denn heute geht es wieder heim,
Ein Augenblick, ein Augenschein,
Soll dies Gedicht zu Pfingsten sein,
Noch vieles mehr durft' ich erleben,
So manches wurde mir gegeben,
Beim Wandern, Spielen, Diskutieren,
Sich beim Theater präsentieren,
In der Natur sich zu bewegen,
Ich dank Dir, Gott, für diesen Segen!

Dieses Gedicht entstand während unserem Pfingst-Weekend 2022 in Alt St. Johann im Toggenburg, organisiert von der Reformierten Kirchgemeinde Steinmaur-Neerach. Dank dem ausgebuchten Gruppenhaus Schweizerhof und dem unermüdlichen Einsatz unseres Diakons war es möglich, die Wiese hinter dem Haus kurzfristig in einen temporären Stellplatz umzuwandeln, da es mehrere Camper in unserer Kirchgemeinde gibt, die gerne teilnehmen wollten, aber keine Zimmer mehr kriegten. Eine gute Idee, war ein tolles Wochenende, ein herzliches Dankeschön an die Organisierenden!

Bis bald, eure Zwirbelpiloten