Ein paar Tage calore ticinese

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Donnerstag, 16. September 2021. Nachdem der gestrige Tag regnerisch und matschig ausfiel, haben wir heute Bock auf Stadt & Shopping. Ach, ihr glaubt uns das nicht mit dem matschigen Mittwoch, hier wo die Sonne zuhause sein soll? Dann seht euch mal folgende Beweisbilder an:

Ja, es sind Sitzbezüge drauf, und nein, die Originalpolster sind nicht schmutzig geworden, und ja, Arico ist wieder sauber, und nein, der Sand ist noch nicht restlos entfernt, denn dafür braucht man einen Staubsauber.

Widmen wir uns nun dem heutigen Ziel zu, der Stadt Lugano. Lugano ist immer einen Besuch wert, und so machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg. Das Postauto bringt uns nach Ponte Tresa stazzione, wo wir direkt in die FLP (Lugano-Ponte Tresa-Bahn) einsteigen können. Die schmalspurige Privatbahn verkehrt viertelstündlich bis stündlich, je nach Tageszeit, zwischen Ponte Tresa und Lugano und ist seit 1912 in Betrieb. Die Fahrt ist unterhaltsam und führt uns vorbei an Caslano, dem See entlang nach Agno, wo sie den Aeroporto umrundet, um dann in sanftem Anstieg über Sorengo die Endstation Lugano Stazione Nord zu erreichen. Die Stazione liegt rund 60 Höhenmeter über der Piazza, man hat nun die Wahl, über die Standseilbahn Funicolare oder über gefühlte tausend Treppenstufen in das pulsierende Zentrum zu gelangen. Wir nehmen natürlich die Treppen, da sich in den steilen Gassen unzählige Ladengeschäfte tummeln. jaja, die haben auch jetzt in der Mittagszeit geöffnet…

Wir geniessen die Tatsache, dass sich die menschliche Lebhaftigkeit in Grenzen hält, man kann dies also durchaus als Corona-konforme Stadt-Schlenderei durchgehen lassen. Unten an der Piazza entschliessen wir uns für eine Einkehr, natürlich in einer meiner Lieblingsbeizen, welche ich während meinen beruflichen Tätigkeiten in Lugano oft besucht habe, das Bistrot & Pizza Argentino, eine alteingesessene, seit 1931 bestehende Bar, welche sich im Laufe der Zeit zu einem beliebten italienischen Restaurant und Treffpunkt gemausert hat. Sehr zu empfehlen, schaut mal rein, wenn ihr in Lugano seid (siehe Link).

Der anschliessende Spaziergang durch den Parco Ciani ist immer wieder ein Genuss und sehenswert, denn während den Sommermonaten finden da oft Kleinkonzerte und Kunstausstellungen statt. Gerade ist man wieder am Aufbau einer Kleinbühne, doch was uns eher fasziniert, ist die gepflegte und farbenfrohe Bepflanzung des Parks.

Viele schöne Eindrücke später dann ein nicht billiges, aber fast notwendiges Muss, ein Gelato bei Vanini Dolce & Caffé, eine Kilokalorien trächtige Süssigkeiten Manufaktur, bestehend seit 1871, direkt an der Piazza della Riforma Numero uno. Die Armada von unzähligen kleinen Bistrotischchen ist gut besucht, aber mit etwas Geduld gelingt es uns, zwei gerade freigewordene Plätze zu erhaschen. Die beiden Gelati und der Coretto Grappa dazu kann man nur als himmlisch bezeichnen, und während Susanne den Genuss der Delikatesse im Griff hat, kann ich es nicht verhindern, aus lauter Gier meine sorgsam auserwählte und heute Morgen frisch angezogene Freizeitkluft gehörig zu versauen. Jaja, Susanne hats natürlich dokumentiert…

Wir sind auf dem Rückweg. Nein, nicht via Tausend Treppenstufen, sondern leise surrend und leicht holpernd mit dem Funicolare hinauf zum Bahnhof. Lobenswert, auch diese Standseilbahn ist im Ticino Ticket inbegriffen und gratis! Die FLP bringt uns zurück nach Ponte Tresa, wo bereits der Post Bus nach Hause zu Zwirbel bereit steht. Arico schläft auf meinem Schoss auf seiner Decke. Wir müssen ihm ein Kränzchen winden, denn es war der erste grosse Stadtausflug für ihn, und er hat dies grandios gemeistert. Das Taubenjagen allerdings ist noch so eine Sache, die es abzugewöhnen gilt, gell Arico!

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