Sommerferien im Bündnerland, Teil 2

Teil 2, Seite 3

Montag, 26. Juli 2021. „Aarico! Schau dich doch bitte mal draussen um, was das Wetter macht! Wie schauts aus? Gut?“ – „Wauwauwau! Wuff! Wuffelwuffwuff!“ – „Tiptop, dann gehts heute in die Höhe, etwas wandern, gell Arico!“ – „Jauuul, heul, winselwuff!“.

Und so kommt es, dass wir bei frischen Temperaturen, dafür bei herrlichem Sonnenschein wieder einmal draussen frühstücken können. Schnell decke ich den Tisch, starte den ersten Kaffee und setze mich vorsorglich mal an den sonnigsten Platz, während Arico Susannes Sessel beschlagnahmt. Übrigens, wo ist Susanne eigentlich? Ach ja, stimmt, frische Brötchen holen! Na dann, wir warten natürlich auf sie, aber ein Schluck Kaffee vorher kann nicht schaden. Prost Arico, danke für deine präzise Wetterbeobachtung!

Unsere heutige Wanderung führt uns zuerst auf das 1925m hohe Heidbüel, mit der Portalbahn direkt vom Campingplatz aus. Im Winter ist Heidbüel übrigens der Zubringer via Alp Stätz ins Skigebiet Lenzerheide/Arosa. Angesichts der momentanen Jahreszeit ziehen wir es vor, mit Schuhen an den Füssen auf die Alp Stätz zu wandern. Es ist fast niemand unterwegs, die ideale Gelegenheit also, Arico von der Leine zu nehmen. Er geniesst es sichtlich, findet seine Alpenfalter wieder, kaut ab und zu ein würziges Alpenkraut an und juckt umher wie ein kleines Kind, immer mit Kontrollblick zu uns, ob wir noch da sind.

Anmerkung: Dem zurechtweisenden Zeigefinger bezüglich Leinenpflicht auf Wanderwegen sei an dieser Stelle gesagt, dass in einer übersichtlichen Alpenwelt, das heisst, so weit das Auge reicht nur wir unterwegs sind, der Hund immer im Auge behaltend und jederzeit abrufbar ist, das Freilaufen eines gut erzogenen Hundes absolut problemlos ist. Wenigen Ausnahmen hat man es zu verdanken, dass der Tourismus überall Benimm-Schilder für Hundehalter aufstellen muss. Ein seriöser Hundehalter weiss, wie er sich zu verhalten hat. Natürlich wird angeleint, sobald sich ein zwei- oder vierbeiniges Lebewesen in Sichtweite befindet, mit Ausnahme eines 999-beinigen Tausendfüsslers. Und selbstverständlich wird aufgelesen, was der Hund verdauungstechnisch auf der Wiese hinterlässt. Es wäre so einfach, wenn alle am selben Strick, oder passender, an der selben Leine ziehen würden, denn dann bräuchte es solche Schilder nicht. Ich habe fertig.

Der Weg schlängelt sich vorbei an saftigen Wiesen, prächtigen Alpenblumen, einsam postierten Schneekanonen und, ich hab’s gezählt, drei geschlossenen Bergrestaurants. Welche Enttäuschung! Wenigstens ein Hinweis beim Wanderweg-Schilderwald Heidbüel wäre angebracht gewesen. Uns wird klar, dass diese Gegend eher dem Wintertourismus frönt, als den Sommerwanderern. Wir erreichen die Alp Lavoz, welche ebenfalls nur im Winter bewirtet wird.

Der fehlenden Verpflegungsmöglichkeit wegen entschliessen wir uns, den steilen Abstieg über Spoina und Valbella nach Canols zu nehmen. Beim uns bestens bekannten Hotel Waldhaus kehren wir ein und holen nach, was wir eigentlich in einer heimeliger Alpwirtschaft konsumieren wollten, ein währschaftes Bündnerplättli, angefeuchtet mit einem kühlen Calanda.

Mit zufriedenen Eindrücken, schönen Erinnerungen und malerischen Fotos im Speicher besteigen wir wenig später den Bus nach Hause, also zu Zwirbel zurück. Beim allabendlichen Smalltalk mit den umliegenden Gleichgesinnten stellt sich heraus, dass wir nicht die einzigen waren, die eine offene Alpbeiz vermissten. Offenbar hat auch hier die Corona-Realität Spuren hinterlassen und Sparmassnahmen zugunsten des Bestehenbleibens der Wintertourismus Gastronomie gefordert. Daher die geschlossenen Einkehrmöglichkeiten für Sommergäste. Während sich die einen aufregen, stellen wir uns den andern gleich und sind froh, in Anbetracht des Weltgeschehens überhaupt Ferien machen zu können.

Ich wünsche euch eine gute Nacht, es geht bald weiter auf

Seite 4 in Teil 2.

2 Gedanken zu “Sommerferien im Bündnerland, Teil 2

  1. Marianne Zehnder 3. August 2021 / 18:51

    👍🤗🍀❤️

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