Sommerferien im Bündnerland, Teil 1

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Mittwoch, 21. Juli 2021. Bewegung ist angesagt, denn das Wetter soll heute fast makellos sein. Wir entschliessen uns für eine Zugsfahrt mit anschliessender Wanderung auf die Alp Grüm, denn schliesslich befinden wir uns an einer der schönsten und spektakulärsten Bahnlinien unseres Landes, dem Bernina-Express der Rhätischen Bahn. Ganz nach dem Motto „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ machen wir uns zeitig auf zum Bahnhof Morteratsch, also, so gegen 11 Uhr.

Mit Verspätung wegen den Baustellen Flazbachbrücke und Plattignasbrücke trudelt der schmucke, rote Schmalspurzug schliesslich ein. Ich packe Arico in die Hundetragtasche, wir starten FAIRTIQ, unser automatisches Ticket-App, und erhaschen einen schönen Fensterplatz. Unser Ziel, Bernina Hospiz, erreichen wir bereits nach 20 Minuten, übrigens mit 2253 Meter über Meer der höchstgelegene Bahnhof der Rhätischen Bahn.

Frische, laue Bergluft schlägt uns entgegen, als wir vor imposanter Bergkulisse den Zug verlassen und uns in Richtung Alp Grüm aufmachen. Der breite Wanderweg führt uns am Lago Bianco entlang, in malerischer Begleitung des Bernina-Express Trassees. Arico findet seine geliebten, kleinen Alpenfalter wieder, erwischen tut er sie zwar nicht, aber nur schon das Jagen macht ihm Spass, wenn auch seinem Jagdrevier durch die Hundeleine Grenzen gesetzt sind.

Dann ein erstes Highlight, die Vorbeifahrt der Kessler Zwillinge! Nein, nicht diese tanzenden und singenden alten Tanten vom letzten Jahrhundert, oh nein, bei diesen Kessler Zwillingen handelt es sich um zwei historische Triebwagen der RhB aus dem Jahre 1908. Zugegeben, auch diese stammen aus dem letzten Jahrhundert, aber das klare, kräftige Singen der gradverzahnten Antriebsblöcke ist in keiner Art und Weise vergleichbar mit dem Geheule der beiden Kess… Aber, lassen wir das.

Das Berninamassiv verwöhnt uns auch hier mit seiner eindrücklichen Pflanzenwelt, die eine halbe Wanderstunde später von üppigen Alpenrosenteppichen bereichert wird. Wir entschliessen uns, nicht den direkten Weg, sondern die Abzweigung auf einen Wanderpfad zu nehmen. Westlich vom Pru dal Vent gehts auf schmalem, aber traumhaften Pfad vorbei am Lagh da Palü in Richtung Alp Grüm, mit herrlicher Aussicht auf den Piz Caral.

Der Bahnhof Alp Grüm kommt in Sichtweite, und nur zu gerne verweile ich kurz, bis sich der nahende Panoramazug um die Kehrschlaufe schlängelt, einfach um ein gelungenes Bild für meine treue Leserschaft zu schiessen.

Für die Einkehr ist das Ristorante Belvedere die erste Wahl, und während sich Susanne am hausgemachten Heidelbeerkuchen labt, bevorzuge ich den ebenfalls hauseigenen Flammkuchen.

Die Rückreise per Zug beschert mir ein kleines Schreckensmoment. Billettkontrolle! Ich zeige mein FAIRTIQ-App, welches den korrekten Ticketkauf bestätigt, und ein freundliches Nicken quittiert dessen Gültigkeit mit der Frage: „Händ Si no s’Halbtax?“. Das Halbtax. Das habe ich zwar, aber vom letzten Jahr, als ich noch arbeitete. Abgelaufen. Nicht mehr gültig. Fragende Blicke. Schwarzfahrer?

Nein, ich zeige Reue und der Kondukteur Verständnis, er lässt mich vom Haken und verzichtet auf einen Zuschlag. Ich schnaufe auf, ändere die FAIRTIQ-Einstellungen von 1/2 auf 1/1 und komme mit einem blauen Auge davon. Danke RhB!

Zurück am Bahnhof Morteratsch gönnen wir uns ein Gletscherkaffee bei der Schaukäserei-Beiz, bevor wir zu Zwirbels Basis zurückkehren, Die Sonne wärmt, und wir lassen es uns nicht nehmen, beim kleinen See am Campingplatz unsere Füsse abzukühlen. Der See dient den Gästen als Bademöglichkeit im Sommer, welche rege benutzt wird, allerdings frage ich mich schon, wie abgehärtet man sein muss, da einfach rein zu springen. Meine Füsse jedenfalls fühlen sich nach einer Minute an wie Eisbein ohne Sauerkraut.

Wiederum geht ein toller Tag mit schönen Erlebnissen zu Ende. Doch etwas plagt mich trotzdem. Ich kann einfach nicht verstehen, warum die Engadiner ihre hölzernen Weihnachtsbäume verkehrt herum eingraben. Versteht ihr das? Doch überzeugt euch selber:

Und mit diesem ungelösten Rätsel beenden wir Tag 5, wir sehen uns beim…

…Tag 6 auf Seite 6.

3 Gedanken zu “Sommerferien im Bündnerland, Teil 1

  1. Wirth Silvia 21. Juli 2021 / 21:28

    He George schriibsch würkli schöni gschichte! Eui schöni und erholsami ferie!

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    • Zwirbelpiloten 21. Juli 2021 / 21:59

      Danke Silvia, wir geben unser Bestes, bis bald, ihr habt ja noch etwas zu gut von uns 😜
      Liebe Grüsse von den Zwirbelpiloten

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  2. Zehnder Marianne 21. Juli 2021 / 16:07

    Spannend und Euch schöne Ferien.🤗❤️🍀

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