Sommerferien im Bündnerland, Teil 1

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Dienstag, 20. Juli 2021. Schreiben ist angesagt. Das Schreiben von Zwirbels Abenteuer. Eine willkommene Abwechslung, denn ich spüre immer noch den gestrigen Ausritt mit unseren Speichen-Pferden in den Knochen. Susanne entschliesst sich, die Schaukäserei Morteratsch zu besuchen und Käse einzukaufen. Und Arico? Der will natürlich mit Frauchen mit, denn er liebt Käse!

Ich klappe mein elektrifiziertes Schreibheft auf, schalte es ein und erwecke es zum Leben. Nun will ich schreiben. Aber, worüber? Ich habe heute ja noch gar nichts abenteuerliches erlebt, der Tag hat gerade erst begonnen, denn es ist ja erst Mittag. Und überhaupt, woher soll ich denn wissen, welche Käsesorten Susanne heute Abend mit nach Hause bringen wird? Ich komme zu der Erkenntnis, dass es wohl besser wäre, zuerst etwas zu erleben, und erst danach darüber zu schreiben. Und plötzlich kommt mir meine Hobbykiste in den Sinn, was mich dazu veranlasst, das Schreibheft mit den vielen Tasten wieder zuzuklappen.

Sorgsam hebe ich Unimog Mogli aus der Hobbykiste. Ich beginne mit der Inbetriebnahme des kleinen Allradgefährts, doch dann bemerke ich, dass etwas Wichtiges fehlt. Eine Büchse Bier, die fehlt! Man kann sich doch nicht in einen Hobby Nachmittag stürzen ohne eine kühle, regionale Büchse Bier! Schnell zu Zwirbels Kühlschrank. Ein Griff, und… von Butter, Konfitüre über Senf, Mayo, Tomatenpüree bis hin zur Salatsauce, Susannes Schwachstrom-Getränke, Eier, Grilladen, Käse (nicht derjenige, den Susanne noch heimbringen wird, diese Sorten sind ja noch gar nicht bekannt), alles ist da, nur kein Bier! Jetzt muss ich improvisieren. Es gibt nur eine Lösung: Hobby-mässig Bier organisieren, sodass der Begriff „Bier“ im Hobby eingebunden ist und die Aktion gleichzeitig dazu dient, eine harmonische Verbindung zwischen den beiden Hauptkomponenten Hobby und Bier herzustellen. Versteht ihr, was ich meine?

Und so kommt es, dass ich Mogli mit seinem Transportanhänger am Haken gemütlich durch den Campingplatz manövriere, beladen mit einigen leeren Flaschen und einem kleinen Müllsack. Das Gefährt stösst auf reges Interesse, und so kommt es, dass ich von Zwirbels Plätzchen bis zum Camping-Shop eine satte halbe Stunde benötige. Schnell die Ladung entsorgt, und noch schneller in den Laden zum Biergestell gestürzt, ja, es hat noch!

Draussen wird Mogli von einigen Kindern umringt, und als ich die wertvolle Calanda-Ladung sorgfältig auf dem Hänger festgezurrt habe und losfahre, wird unser Gespann freudestrahlend von ihnen eskortiert. Einige Camper zücken ihre Handys, machen Bilder, wollen mir sogar Dose um Dose Bier abkaufen, einfach wegen der fotogenen Transporteinrichtung. Fast ein wenig gestresst, und in der Hoffnung, dass der lange Transportweg keinen allzu grossen Einfluss auf die Biertemperatur hatte, erreiche ich Zwirbel. Schnell abgeladen, kühlstellen, und das Hobby kann beginnen! Dann bellt es in der Nähe, Susanne und Arico sind zurück. Passt eigentlich Bier zu Käse?

Und Susannes mitgebrachte Käseausbeute? Welche Sorten? Nun, darüber berichte ich dann, wenn sie gegessen sind. Wir geniessen den Abend heute ohne Käse, es hat noch Grillbares im Kühlschrank. Und so versorge ich Mogli und seinen Hänger wieder in der Hobby-Kiste, nehme die Grill-Kiste hervor und tue meine Pflicht. Käse lässt sich offenbar noch toppen, denn Arico weicht nicht mehr von meiner Seite, als ich unserem Clubsteak eine Bräunungsbehandlung auf Skotti verpasse. Übrigens, der kleine Skotti-Grill würde sich doch ganz gut auf Moglis Hänger machen, was meinst du, Schatz? Dann könnte man mit Bratwürsten hausieren gehen! Nicht? Oke, dann nicht, war nur so eine Hobby-Idee…

(Irgendwann gönne ich mir diesen Spass…)

Wir geniessen das herrliche Clubsteak, und wie immer bei dieser Grösse reicht es für uns beide. Arico kriegt nach dem Essen den Knochen, dessen Röstaromen ihn bis in die Nacht hinein beschäftigen. Rinds- und Kalbsknochen sind übrigens oke, denn die splittern nicht. Geflügel- und Schweineknochen sind unserer Meinung nach tabu für den Hund, wegen dem Splittern.

Bis morgen, wir sehen uns auf Seite 5.

3 Gedanken zu “Sommerferien im Bündnerland, Teil 1

  1. Wirth Silvia 21. Juli 2021 / 21:28

    He George schriibsch würkli schöni gschichte! Eui schöni und erholsami ferie!

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    • Zwirbelpiloten 21. Juli 2021 / 21:59

      Danke Silvia, wir geben unser Bestes, bis bald, ihr habt ja noch etwas zu gut von uns 😜
      Liebe Grüsse von den Zwirbelpiloten

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  2. Zehnder Marianne 21. Juli 2021 / 16:07

    Spannend und Euch schöne Ferien.🤗❤️🍀

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